(Anfänger Tips) Aufzucht von Medaka Jungfischen

Die Aufzucht von frisch geschlüpften Medaka ist ein Thema für sich. Je nachdem wie lange die Jungfische bis zum Schlupf gebraucht haben, um so sensibler wird sicher das Thema um die Aufzucht. Es gibt Fischarten da langt der bei der Geburt vorhandene Eidotter Sack nach dem Schlupf durchaus länger als beim Medaka. Hier ist meist der Eidotter Vorrat bereits nach 1 bis 2 Tagen aufgebraucht. Meist aber schon am Tag des Schlupfes. Ursachen sind dafür sicher auch die Wasser Temperaturen. Da der Embrio bei einer verlängerten Schlupfphase den vorhandenen Eidotter bereits aufgebraucht hat, ist es um so wichtiger das er möglichst gleich nach dem Schlupf erste Nahrung aufnehmen kann. Hier ist es sicher von Vorteil wenn sogenanntes Micro Lebendfutter vorhanden ist. Das hat man zum Beispiel an Fadenalgen, oder Wasserpflanzen aus eingelaufenen Aquarien oder Miniteichen. Auch etwas Mulm bietet da immer wieder Futterquellen. Allerdings nur in begrenzter Menge, denn Mulm erschwert natürlich auch wieder notwendige Wasserwechsel.

Lebendfutter hat immer Vorteile vor Trockenfutter (Staubfutter). Zum Einen hält es sich länger in einer Aufzuchtbox oder Aquarium und ist auch in größerer Menge kein Problem. Medaka Jungfische sollen möglichst „im Futter stehen“. Das wird aber auch schnell missverstanden. Den zum Beispiel führt zu viel Trockenfutter sehr schnell dazu das die Wasserwerte kippen und damit die Brut sehr schnell kolabiert und stirbt.

Es ist immer ratsam, das man wenn möglich mehrmals über den Tag verteilt (3 x täglich) die Jungfische gezielt füttert. Das ist natürlich auch abhängig von der Anzahl der Jungfische und der Grundfläche der Aufzuchtbox (Aquarium). Wenn ich Staubfutter verfüttere nehme ich imer nur so viel wie ich zwischen zwei Fingerkuppen bei den Jungfischen zerreiben kann. Da ich meine Jungfische alle draußen aufziehe, nehme ich natürlich speziell bei frisch geschlüpften Fischen das sogenannte „grüne Wasser“, welches sich draußen zwangsläufig von alleine bildet. Außerdem kommen noch Fadenalgen mit in die Aufzuchtbehälter. Ab und zu wird dann noch mit Staubfutter zugefüttert, aber nicht so viel und oft. Außerdem kommen Rädertierchen, Nauplien und später Wasserflöhe (wenn vorhanden) zum Einsatz. Schnecken befinden sich auch immer bei den Jungfischen. Sie sind ein guter Indikator für die vorhandenen Wasserqualität. Findet man sie vermehrt an der Wasseroberfläche stimm oft etwas nicht.

junge Orochi in grünen Wasser

(Video) Medaka Jungfisch im Ei – Makro Status 11 Tage

Hier ein Video das genau den Herzschlag eines fast völlig entwickelten Medaka Jungfisches im Ei nach 11 Tagen zeigt. Wie bereits in einem älteren Blog Beitrag erwähnt wird der Medaka in Japan auch sehr oft als Studienobjekt im Biologie Unterricht genutzt. Kann man doch mit einfachsten Hilfsmitteln die tägliche Entwicklung des eis bis zum Schlupf verfolgen. Mittlerweile gibt es auch erste Schulen in Deutschland, die es auch versuchen. Eine wirklich spannende Geschichte für Groß & Klein. Faszination Leben im kleinsten Bereich.

 

(Video) Medaka im Mini Teich outdoor

Medaka haben ihren speziellen Reiz auch für Nicht Aquarianer. Immer mehr Menschen finden an kleinen Terrassen- oder Balkon Teichen gefallen und kommen dann meist über Umwegen auch zum Medaka. Fürs Auge einfach schön und es macht Spaß diese flinken im Sonnenlicht teilweise funkelnden Fische zB. zwischen Seerosen oder anderen Tiechpflanzen zu beobachten. Und was ein toller Nebenffekt ist. Sie lieben Mückenlarven von Stechmücken.

Miyuki in einem Miniteich mit Wasserhyanzinthen und Seerosen

(Video) Medaka 五式 Goshiki (B type)

Einer der wohl mit seltesten Stämme in der internationalen Medaka Fangemeinde, und wohl auch in Japan nicht sehr weit verbreitete Farbform. Dieser Stamm wird je nach Qualität in den „R type“ als High grade und in den „B type“ unterschieden. Ich bekam letztes Jahr 2 Paare aus Japan mitgebracht und hatte mich sehr auf die Fische gefreut. Dies musste dann leider einer gewissen Ernüchterung weichen. Nicht wegen der Farb Qualität sondern eher was die Qualität für mich persönlich die Körperform betraf. Es gab dann auch Nachwuchs, aber die meisten der Jungfische kann ich aus unterschiedlichen Gründen zur Weiterzucht verwenden. Nun mal schauen wo dieses Jahr die Reise hingeht. Wie es ausschaut muss ich eventuell selber versuchen Tiere durch Einkreuzung in diese Richtung hinzubekommen.

(Pflanzen) Muschelblume (Pistia stratiotes) für den Medaka Teich geeignet?

Die Muschelblume (Pistia stratiotes) wächst am besten in offenen Aquarien oder im Sommer auch im Gartenteich. Tropfnässe oder zu trockene Luft wird von der Muschelblume weniger gut vertragen. Die Muschelblume reagiert dann mit welken Blatträndern. Da sie aus den Tropen stammt muss sie frostfrei überwintert werden.

Für den Medaka Teich ist sie in der wärmeren Jahreszeit geeignet, wenn die Wassertemperaturen um die 20° C liegen. Darunter gehen sie teilweise recht schnell ein. In den Luftwurzeln die diese Schwimmpflanze bildet, legen die Medaka teilweise auch immer einmal Eier ab.

Medaka „Shinkai (Deep Sea) Mai 2020

Hier möchte ich versuchen einen Stamm etwas näher vorzustellen, da er doch in der internationalen Fangemeinde immer wieder ein gewissen AHA Effekt auslöst, und sicher auch bei dem ein oder anderen Medaka Halter oder Neueinsteiger gewisse Begehrlichkeiten weckt!

Der Vorläufer des „Shinkai“ ist und war die Zuchtform „Marine blue“. Beide Farbformen wurden von Herrn Ryusei Nagaoka aus der Präfektur Hyogo entwickelt und herausgezüchtet. 2011 war „Marine Blue“ bereits weit verbreitet, allerdings schienen die im Hobby bis dahin vorhandenen Bestände vermehrt farbliche Defizite aufzuweisen. Daraufhin arbeitete Herr Nagaoka mit den Tieren weiter und so enstand ein paar Jahre später der Stamm „SHINKAI – Deep sea“.

Beide Stämme zeigen gleiche charakterische Merkmale wenn es um die Färbung in gewisser Umgebung geht. Sie wurden speziell für die Haltung in weißen Behältern gezüchtet, wo sie Ihre charakteristische teilweise leuchtend blaue Färbung (speziell bei jüngeren Tieren) zeigen. Eine Haltung in zum Beispiel dunklen oder schwarzen Behältern lässt sie regelrecht verblassen, und man könnte kaum glauben das es sich bei den Fischen um „Shinkai“ oder „Marine blue handelt.

„Marine Blue“ wurde anscheinend aus einem Ao Miyuki Stamm herausgezüchtet und zeigt eine hellere Färbung als der blaue Miyuki.

Bei beiden Stämmen ist eine intensive Selektion und Zusammenstellung der Zuchtgruppen aus meiner Sicht notwendig, da beim Nachwuchs auch Tiere herauskommen können, die wesentlich dunkler sind, oder teilweise auch sehr hell. Besonders spektakulär sind beide Stämme in Ihrer Jugendzeit. Hier zeigen sie teilweise auch ein recht intensiven Blau, das mit dem Alter etwas verblassen kann.

 

Medaka „SHINKAI – Deep Sea“

Medaka „marine blue“

(Pflanzen) Snow Flake (Nymphoides indica) outdoor im Medaka Mini Teich

Bei der Snwo Flake handelt es sich um eine Variante der indischen Seekanne (Nymphoides indica). Sie ist auch als Nymphoides humboldtiana bzw. Nymphoides indicum bekannt. Hauptverbreitungsgebiet ist wohl Indien sowie Bangladesh. Teilweise wird sie wohl auch in Aquarien eingesetzt, aber wirklich zur Geltung kommt sie genau so wie andere Seerosenarten nun mal draußen im Teich. Durch Ihre kleine Blüte ist sie natürlich auch für einen Medaka Miniteich sehr reizvoll. Allerdings wie bei anderen tropischen Seerosen Arten ist eine Überwinterung in unseren Breitengraden draußen kaum bis unmöglich. Es gibt auch noch eine gelbe Farbvariante der Snow Flake.

Snow flake yellow

Oryzias latipes „Okinawa – Ryukyu Island“ oder Minami Medaka 10.05.2020

Ich habe mir gestern einmal die Gruppe vorgenommen um zu sehen wie die Geschlechterverteilung für dieses Jahr aussieht. Es sind wie fast erwartet auch bei dieser Population wesentlich mehr Weibchen vorhanden als Männchen. Bin gespannt wie sich das dieses Jahr bezüglich Nachwuchs auswirken wird.