Gedanken zur Entwicklung der Medaka Szene in Japan

Vorgestern hatte ich mir die Zeit genommen und mir die letzten Bücher und Hefte aus Japan genauer angeschaut und das hat mich wieder einmal nachdenklich gestimmt und gezeigt wie schnell sich in Japan die Medaka Szene anscheinend wandelt, wenn es um Stämme geht. Egal ob ich das Aquaristik Magazin vom November nehme oder auch das zuletzt erschienene Basebook Nr. 8 von Fumitoshi Mori, man findet kaum noch bzw. gar keine einfarbigen Stämme mehr darin. Der aktuelle Trend geht augenscheinlich weiterhin Richtung Lame, Miyuki Kreuzungen, mehrfarbig, Hyakushiki Varianten, inside light Varianten und natürlich Longfins.
Wie Friedrich Bitter schon vor längerer Zeit sagte, die ursprünglichen Stämme gehen in Japan leider verloren und damit entstehen natürlich eventuell Probleme bei eventuell notwendigen Rueckkreuzungen usw. Bücher und Hefte voll mit Farbformen die wir in Europa wohl auch nicht zu sehen bekommen werden, ausser eventuell wenige Ausnahmen.
Um so wichtiger wird es wohl das wir in Europa versuchen gewisse Grundstaemme langfristig zu erhalten und versuchen sie qualitativ zu verbessern. 🤔

2020 kein gutes Jahr für die Medaka Szene?

Die aktuelle Entwicklung rund um den Corona Virus weltweit beschäftigt uns alle sicher mehr oder weniger aus den unterschiedlichsten Gründen. Hier meine persönlichen Gedanken die natürlich nicht zutreffen müssen. Aktuell werden natürlich folgerichtig alle Veranstaltungen national und teilweise auch international abgesagt, da das Risiko einfach zu groß ist, das sich Leute anstecken könnten. Das betrifft natürlich auch aquaristische Verannstaltungen, ob nun Börsen, Treffen oder Messen. Alles wird auch Auswirkungen auf unser Hobby und die Medaka Szene haben.

Keiner von uns weis wie lange wir unser Leben wegen dem Virus einschränken müssen. Ob nun Tage oder sogar Wochen (Monate) wird die Zukunft zeigen. Aber was mich da im Zusammenhang mit dem Medaka beschäftigt, ist die Situation wie man zukünftig zB. Nachzuchten weitergeben kann. Natürlich besteht aktuell noch die Möglichkeit über spezielle Kourierdienste seine Fische zu versenden. Aber auch hier könnte es zukünftig Einschränkungen geben. Der normale Postdienst und Kurierdienst hat ja schon mit speziellen Regelungen reagiert, die nicht unbedingt Kundenfreundlich sind, aber natürlich verständlich.

Ich sehe der Situation in diesem Jahr eher mit gemischten Gefühlen entgegen. Soll man eventuell die Nachzucht einschränken, denn wenn die Saison wettertechnisch ähnlich verlaufen sollte wie 2018/2019 dann bekommt der Ein oder andere sicherlich Platzprobleme. Ich habe meinen Bestand mittlerweile aus Zeitgründen auch drastisch reduziert und werde mir überlegen wie ich dieses Jahr vorgehen werde.

(News) Wegweiser für die Zukunft was die Qualität der Medaka in Japan betrifft?

Auf der Seite der Japanese Medaka Association (JMA) findet man seit kurzen Informationen auf was der japanische Medaka Züchter zukünftig achten soll, um die Qualität seiner vorhandenen Zuchtstämme zu verbessern. Für 2020 plant man wohl auch ein Treffen in Japan, wo diese Dinge besprochen werden sollen. Wenn man sich die Bilder gewisser Zuchtformen auf Facebook oder auch im Internet aus Japan ansieht, ist außerhalb Japans oft Diskussionsbedarf vorhanden. Man darf natürlich nicht vergessen das man in Japan Vorlieben für gewisse Formen hat. Egal ob das nun die in der Medaka Szene vorhandenen Augenformen sind (Small Eye oder Teleskopaugen), oder auch was die Körperform (Daruma oder Han Daruma – shortbody) betrifft, speziell im deutschsprachigen Raum führen solche Bilder immer wieder zu Diskussionen innerhalb der deutschsprachigen Medaka Fangemeinde. Soll man so etwas züchten oder nicht.
Es wird auf jeden Fall interessant sein wie diese Vorschläge von der japanischen Züchtergemeinschaft und den japanischen Medaka Fans aufgenommen wird. Ob gewisse Stämme zukünftig weiter erhalten und gezüchtet werden wird man sehen. Was die Fangemeinde im deutschsprachigen Raum betrifft, ist der Trend ganz klar auf solche Mutationen die durchaus auch bei Wildpopulationen vorkommen können, nicht weiter für die Zucht zu verwenden. Obwohl es auch hier eine kleine Fangemeinde der „Knutschkugeln“ gibt. 😉
Ich möchte Elisabeth van Dieken dafür Danken, das sie versucht hat, zumindest Sinngemäß das japanische Original zu übersetzen. Ich denke das ist ihr auch sehr gut gelungen!
Von der Seite gesehen:
Rücken gerade vom Kopf bis zur Schwanzflosse. (keine Rückratverkrümmungen)
Kopf mit gerader Oberlinie.
(3) Maul zur Oberlinie passend, ohne Vorbiss oder nach oben verzogen..
(4) Kiemendeckel nicht geöffnet oder verzogen.
(5) Bauch nicht zu groß und mäßig rund.
Unpaare Flossen: Flossenränder nicht ausgefranst, kein Flossenklemmen.
Von oben:
(7) Wirbelsäule ähnlich wie bei der Seitenansicht gerade vom Kopf bis zum Schwanz.
(8) Vorderkörper: Augenpaar und Brustflossen symmetrisch.
Rückenflossenbasis gerade
Der Reiz des verbesserten Medaka liegt in seiner farbenfrohen Körperfarbe und dem Licht, das Mikiyuki ähnelt. Ein wichtiges Element zur Verbesserung dieser Reize ist jedoch die „Körperform“. Ein Medaka mit einer schlechten Körperform ist nicht attraktiv, weil es dünn erscheint, unästhetisch schwimmt oder die Wirbelsäule verbogen ist.
Wie können wir also einen „schönen Medaka“ erzielen, das gesund und in einem guten Zustand ist? ○
Das Wichtigste ist die Auswahl der Elterntiere. Abhängig davon, wie Sie ihre Elterntiere zusammenstellen, können Sie bestimmen, welche Qualität die Nachzuchten haben. Nur Enthusiasten wird es jedoch gelingen, den leidigen Knochenverbiegungen entgegenzuwirken. Die oben genannten Auswahlpunkte halte ich für die Auswahl der Zuchttiere wichtig, natürlich abhängig von der jeweiligen Linie.
Anhand der Screening-Kriterien der Japan Medaka Association werden hier die Standard- und Auswahlpunkte für schöne Formen jedes Körpertyps vorgestellt. „Gemeinsame Auswahlpunkte“ sind gemeinsame Punkte bei der Auswahl jedes Körpertyps. Die Beschreibung wird auf den folgenden Seiten weggelassen.
(1) Wirbelsäule (2) Kopf (3) Anomalie des Mundes (Kiefer) ist eine Skelettanomalie und wird nicht vererbt. (4) Kiemendeckel (5) Körper, Bauch (6) Anormale Flossen können durch die Wasserqualität im Aquarium verursacht werden, wie z. B. eine Verschlechterung der Wasserqualität oder ein Verstopfen der Eier (z. B. Verstopfen der Eier)(??).
Ich empfehle das nicht. Gleiches gilt für Tiere, die in verdrecktem Wasser schwimmen und langsam wachsen.
Wählen Sie gesunde Zuchttiere ohne Skelettanomalien.
(Fortsetzung f

Haben wir ein Medaka Chaos?

Nun in der von mir auf Facebook ins Leben gerufene Medaka Gruppe „Medakas in Deutschland“  gab es einen Kommentar zu einem Beitrag der sicher zu einer Diskussion veranlasst, wie es aktuell in der internationalen Medaka Szene ausschaut, und wie die Zukunft Prognosen sind, mit Vorteilen und Nachteilen.

Das Thema war eigentlich welche Merkmale die Hikari „Otohime“ Zuchtlinie hat, und woran man sie erkennt. Eine wirklich befriedigende Antwort für das Gruppen Mitglied gab es leider nicht. Darauf hin schrieb er den folgenden Kommentar, dem ich ehrlich gesagt mehr oder weniger beipflichten muss.

„Axel, vor drei Jahren waren geschätzt 700 Medaka Varianten, seit dem täglich kommen neue Kreuzungen und deren Phantasienamen dazu. Kreuzungen (auch unkontrolliert) sind zum Volkssport bei Medaka Gemeinde geworden. 
Weil das alles fast ohne System und Übersicht passiert bin der Meinung das Chaos schon in Gange ist. Dazu in einigen “Erbfesten Zuchtlinien” in der 3-4 Generation kommen noch abweichende Tiere zur Vorschein. 
Es ist schon schlimm genug und wird noch schlimmer. 
Aber wie man sagt: auch in Chaos steckt ein System.“

Vor ca. 3 Jahren als ich anfing mich mit den Medakas zu beschäftigen gab es tatsächlich wohl ca. 700 registrierte bei der „Japan Medaka Association (JMA)“, dem größten Medaka Verein in Japan. Darunter natürlich auch viele Linien der gleichen Farbe, aber mit unterschiedlicher Farb Intensität (zB. Youkihi No.30; No.31). Mittlerweile befindet man sich in Japan wohl bereits im vier stelligen Bereich was registrierte Linien betrifft. Und hier sprechen wir nur von den registrierten Linien.

Die Medaka Genetik bietet ähnlich dem Guppy eine Vielzahl an Kreuzungs Möglichkeiten. Das ist nicht das Problem, aber die stetig wachsende Fangmeinde auch in Asien lechzt nach immer neuen Farbformen und Kombinationen, die dann leider in immer kürzer werdenden Abständen auf den Markt gebracht werden, ohne wirklich stabil zu sein. Und das ist die eigentliche Problematik aus meiner Sicht.

Man bekommt Tiere einer Linie XY angeboten und die Nachkommen sehen oft anders aus als Ihre Eltern. Innerhalb 1 Nachwuchs Generation bekommt man keine neu gezüchtete Linie erbrein oder stabil. Besonders bei mehrfarbigen Linien ein unmögliches Unterfangen.

Ein weiteres Problem entsteht! Ursprüngliche Stämme aus denen die ganzen Zuchtvarianten herausgezüchtet wurden, gehen langsam aber sicher verloren, und somit wertvolles Erbgut. Diese Problematik sieht man wohl schon besonders in Japan, wo kaum noch ursprüngliche Farbformen im Hobby vorhanden sind. Rückkreuzungen werden damit sehr erschwert oder sind fast unmöglich. Wer interessiert sich wohl heute noch in Japan für eine robuste einfache Yang Guifei Linie, oder normale blaue Medakas (Aomedaka oder Miyuki)? Nur noch wenige.

Ein Großteil der In Japan vorhandenen Zuchtlinien werden wir in Europa wohl nie zu Gesicht bekommen, da immer neue Zuchtergebnisse vorgestellt werden. Und auch außerhalb Japans gilt das Motto leider“ Um so farbenprächtiger und spektakulärer, um so besser!“ Ich bekommen täglich Anfragen wegen Fische & Eier, aber dann nicht nach einfachen „Hi Medakas“ zum Beispiel, sondern nach exklusiven Zuchtlinien. Verständlich aber gleichzeitig auch Schade!

Aber die selbe Problematik kennen wir ja auch vom Guppy oder den Zuchtformen von Betta splendens (Kampffisch). Und trotzdem wächst auch bei diesen etablierten Zierfischen (Zuchtformen), die Fangemeinde weiter. Dies wird sicher auch auf die Medakas in Zukunft gelten, ob in dem Maße wie bei Lebendgebärenden muss sich zeigen.

Nun meine Frage;  Wie seht Ihr die Thematik?