Stamm, Linie oder Variante ?

Medaka sind immer beliebter und die Nachfrage steigt. Ständig sind Neulinge auf der Suche nach speziellen „Linien“ und ständig liest man von den „Linien“ die andere pflegen oder erhalten haben.
Doch STOP! Was genau ist eigentlich eine Linie bei Zierfischen und ist das überhaupt der richtige Ausdruck?
Von einer Linie spricht man genau genommen in der Zucht. Die sogenannte Linienzucht beschäftigt sich mit dem gezielten Verpaaren und Nachwuchserzeugen nach einer speziellen Vorauswahl. Wählt der Züchter aus seinen Tieren diejenigen aus, die für die nächste Generation sorgen sollen, spricht man von einer Linie, die er verfolgt. Denn der Züchter bewegt sich geradlinig auf ein von ihm gesetztes Ziel zu. Wenn man das weiß, wird schnell klar, dass der Ausdruck „Linie“ für eine Variante von Fischen keinen Sinn ergibt. Doch was wäre der richtige Ausdruck und wieso machen es so viele falsch?
Der korrekte Ausdruck wäre wohl „Stamm.“ Ein Stamm ist eine Ansammlung von Tieren mit gleichem bzw. ähnlichem genetischen Hintergrund, bei deren Linienzucht das selbe Ziel verfolgt wurde. Ein Stamm kann aus 20 Tieren bestehen oder aus 2000; das ist bei der Bezeichnung irrelevant. Erhält man z.B. ein Pärchen Fische von einem Züchter, so hat man einen Teil seines Stammes erhalten. Die Tiere stammen also aus dem Stamm XYZ.
Es gibt verschiedene Arten von Stämmen: Gefestigte, bei denen die Tiere alle nahezu gleich sind – man spricht auch von stabilen Stämmen ohne besondere Variabilität – variable Stämme, die zwar ansich stabil sind, deren Tiere aber ein gewisses Spektrum an Variabilität besitzen und instabile Stämme, die aus Sicht des Züchters noch viel Arbeit bedürfen und weder optisch noch im engeren Sinne stabilisiert sind.
Jeder mit Medaka besitzt Stämme. Ob diese nun stabil, variabel oder instabil sind, steht auf einem anderen Blatt und sobald man gezielt Tiere für die nächste Generation auswählt, spricht man dann von einer angestrebten Linie, durch die sich der Stamm weiter entwickelt. Richtung Stabilität, Variabilität, Gesundheit , Intensität der Farben oder welche Richtung auch immer man anstrebt.
Das trotzdem viele die Bezeichnung Linie nutzen, scheint oft einfach daran zu liegen, dass sie es nicht besser wissen und niemand sich die Mühe macht aufzuklären.

Zusammenfassend ist also zu sagen: Eine Variante gleichen Ursprungs ist ein Stamm. Stämme gibt es als stabil, variabel und instabil. Eine Linie ist nur ein temporärer Ausdruck der in der Zucht beschreibt, dass man geradlinig auf ein Ziel im Stamm hinarbeitet.

PS, da ich nicht möchte, dass man denkt es wäre so simpel: Zucht ist ein komplexes Thema. Es gibt sehr komplexe Linienzuchten usw., aber dieses Thema wollte ich hier nicht extra aufgreifen. Es ging einzig und allein um die Aufklärung zu Begriffen, um so endlich mehr Struktur ins Thema Medaka zu bringen.

Ich hoffe, ihr seht eure Stämme jetzt mit etwas anderen Augen und könnt evtl. sogar selber sagen, welche der 3 Stammvarianten ihr besitzt?

(Event Vorschau) Internationales Medaka Treffen in Asperen/NL 31.08.2019

Am Rande der 44. internationalen KFN Show in Asperen/NL (Nähe Leerdam) organisiere ich ein internationales Medaka Treffen. Im Rahmen dieser internationalen Killfisch Ausstellung wird es auch wieder eine Medaka Sonderschau geben die von DKG Medaka AG Mitgliedern organisiert wird. Am gleichen Tag nach dem Treffen wird es ab 16.00 Uhr auch eine Kullfisch Auktion geben. Zusätzlich wird man da auch Medaka ersteigern können!

Es ist jeder Willkommen!

Samstag, den 31. August 2019

von 13.00 – 16.00 Uhr (genaue Location im Hotel de Schildkamp folgt rechtzeitig!)

Hotel de Schildkamp Leerdamseweg 44 – 4147 BM Asperen/NL

 

(Umfrage 2019) Art der gewünschten Medaka Literatur national/international?

Mittlerweile sind ja diverse Berichte zum Thema „Medaka“ in deutschen Aquaristik Magazinen erschienen. Zeitversetzt wurden die Beiträge aus den Amazonas Ausgaben in der englisch sprachigen Ausgabe der AMAZONAS veröffentlicht. Fakt ist es allerdings auch das es außerhalb Japans bisher außer wissenschaftlichen Publikationen nichts auf dem Markt in Buchform gibt. Und das betrifft den komplette internationalen Bereich! Die Medaka Fangemeinde wächst weltweit und somit sicher auch zukünftig die Nachfrage nach weiterer Medaka Literatur.

ACHTUNG! Diese Umfrage bedeutet nicht das aktuell in dieser Richtung etwas in Arbeit ist, sondern das Thema interessiert mich persönlich wie Ihr das seht, und ob überhaupt aus Eurer Sicht bedarf besteht?

Was würde Euch interesssieren?

(Literatur) Medaka Basebook No.6 & 7 heute bekommen!

Heute kam das seit langen erwartete Basbeook No. 6 und dann auch noch das gerade in Japan erschienene No. 7 bei mir an. Damit ist die Basebook Serie aktuell komplett, was mich riesig freut. Da habe ich jetzt wieder einiges anzuschauen!

Vielen Dank Fumitoshi Mori. Ich freue mich sehr!

森さん、本ありがとうございます。とても嬉しいです。

 

(Event Rückblick) 1. Medaka Treffen in Kaiserslautern 20.07.2019

Letzten Samstag fan endlich das lang geplante Medaka Treffen in einer besonderen Location statt. Treffpunkt war der japanische Garten in Kaiserlautern und wohl der Größte in Deutschland. Super Wetter, traumhafte Kulisse und nette Leute machten dieses Treffen aus meiner Sicht zu einem vollen Erfolg!

Nette Gespräche rund um den Medaka sowie der Austausch an Fischen, Eiern und Pflanzen (unter anderem Seerosen), gute japanische Küche vom japanischen Imbiss war eine tolle Sache, und am Ende ging niemand mit leeren Händen nach Hause. Danke an alle Leute die zu diesem Gelingen beigetragen haben. Darauf kann man aufbauen, und wird sicher nicht das letzte Treffen in der Pfalz gewesen sein!

Medaka Zuchtformen mit unterschiedlicher Beflossung!

Beim durchstöbern des Kataloges von Yukio Ooba aus diesem Jahr bin ich auch über Flossenformen gestolpert, die bis jetzt in Europa noch gänzlich unbekannt sind. Hier kennt man eventuell gerade mal den „Long fin“ von Bildern da bisher kaum in Europa zu bekommen. Der Samurai mit der zusätzlichen kleinen Dorsale war mir bereits länger bekannt.
Natürlich steckt das auch in Japan noch in den Anfängen, aber zukünftig eventuell ein interessantes Betätigungsfeld für den ambitionierten Medaka Züchter!

Hikari

Die wohl mittlerweile im internationlen Bereich bekannteste Flossenform Variante. Hier ist das Merkmal die doppelt gespiegelte Rücken (Dorsale)- und Schwanzflosse (Caudale), und der oft eher gedrungen wirkende Körper. Hikari fallen in vielen der bekannten Zuchtlinien aab und zu und wurden dementsprechend speziell in Japan dann auch eigenständig weitergezüchtet. einige Hikari Linien schwimmen auch im deutsch sprachigen Raum.

 

Long Fin

Bei dieser Zuchtform sind die langen Flossen durchaus schon recht ausgewogen und ansehnlich. Aber auch hier gilt sicher das man noch verbessern kann. Erste Linien haben auch schon ihren Weg nach Europa gefunden!

Swallow

Wohl eine Long fin Variante die vereinzelt auch bereits in Europa vorhanden ist. Sicher noch im Anfangsstadium was die Flossenqualität betrifft!

Samurai

Für den Europäer sicher ein ungewohnter Anblick. Hierbei soll es sich um eine natürliche Flossen Mutation handeln, die recht selten vorkommt. Vor der eigentlichen Rückenflosse (Dorsale) befindet sich eine kleine zweite Rücckenflosse. Auch in Japan bisher wohl recht selten, aber sehr beliebt!

Mellor

Auch hier wird der Europäer sicher gespaltener Meinung sein, ob man solche Flossen züchten muss oder sollte. Bei Kampffisch Hochzuchten ist es der sogenannte „Crowntail“ und beim Guppy gibt es mittlerweile die Zuchtform „Merrah“. Auch hier gilt das es züchterisch sicher noch Luft nach oben gibt was die Flossenqualität betrifft. Ob in naher Zukunft Tiere mit diesen Flossen in den deutschsprachigen Raum kommen werden, halte ich persönlich für sehr unwahrscheinlich.

Sintaikei (Hishio)

Was davon nun die richtige Bezeichnung ist konnte ich anhand des Kataloges nicht ermitteln. Das Besondere an dieser Linie ist, das die Tiere fast identische Caudalflossen (doppelt gespiegelt) wie der bei uns bereits bekannte Hikari haben. Aber vom Körper und den restlichen Flossen eher dem normalen Medaka entsprechen. DIe Rückenflosse ist hier wie beim „normalen Medaka“ nur einfach vorhanden und nicht wie beim Hikari breiter ausfallend!

Hirenaga

Schwer für mich zu beschreiben was diese Flossenvariante ausmacht. Hat Einiges vom Longfin aber ich vermute mal das besondere Merkmal ist der aus der Schwanzflosse (Caudale) in der Mitte verlängerte Flossenstrahl.

 

Raijin

Hier wird es sicher die meisten Diskussionen geben, ob so etwas Sinn macht und gefällt. Zum Teil scheinen Flossen nur noch minimal vorhanden zu sein, und die Frage besteht, ob diese Fische überhaupt noch normal schwimmen können, da gewisse Flossenbereiche auf ein minimum reduziert sind. Ich persönlich lehne es ab!