Vorgestern kam der von der japanischen Medaka Gemeinde lange erwartete Verkaufs Katalog von Herrn Yukio Ooba auf den Markt. Dies scheint dieses Jahr wohl eine Art Jubiläums Ausgabe zu sein, beinhaltet sie doch Auszüge älterer Exemplare der zurück liegenden Jahre. In Japan haben die Kataloge wohl eine Art Sammelstatus. Ich bin sehr gespannt darauf ihn mir anzuschauen!
Ich freue mich ein weiteres Medaka Interview veröffentlichen zu dürfen. Patrizia Ianne ist für mich was die Medaka Szene außerhalb Japans betrifft die „Grand Dame“ wie man bei uns so schön sagt. Sie gehört zu den ersten Medaka Haltern außerhalb Japans und in Europa. Mich hat Ihre Vorgehensweise bei der Zucht und Haltung immer wieder beeindruckt, und soweit es möglich war auch einige Kenntnisse angeeignet. Ich durfte sie letztes Jahr während der 2. italienischen Medaka Show in Lucca/Toskana persönlich kennenlernen. Sie hat sicherlich auch einen hohen Anteil daran, das der Medaka sich in Italien am etablieren ist. Ich freue mich schon auf ein Wiedersehen!
Interviews mit internationalen Medaka Haltern & Züchtern werde ich bewusst im Original veröffentlichen! Wie wir alle wissen arbeiten Übersetzungs Tool nicht immer korrekt. Außerdem sind die meisten Besucher dieses Blogs auch der englischen Sprache mächtig!
Ansonsten gibt es oben rechts im Blog den Google Translator!
Patrizia Ianne mit ihren geliebten Blumen
Axel Eywill
Hello Patrizia and thank you very much for allowing me to interview you for medakaproject.com. You are a holder and breeder of Japanese rice fish, the medaka. How did you come to this kind, and what fascinates you about them?
Patrizia Ianne
In my garden I have three tanks with many plants, I like plants. As soon as the garden was created, I decided to insert Carassius auratus in the tanks because the tanks can also be seen from above. My cats have started catching fish! I switched to American fish Pimephales promelas very fast but you could see little. Then Gambusia for mosquito larvae. Knowing Roberto Pellegrini I saw the Medaka, it was 2014, had Himedaka and Aomedaka. I found them immediately interesting because:
they swim softly, the body is not rigid
I love Japan a lot …
they love the sun and can be outdoors in winter
they are a perfect complement to a garden even in containers
they are small and I can keep many
I can enjoy breeding them
they eat mosquitoes
Medaka „Akari tri color“
Medaka „tri color – tnjin blood“
Medaka „Okina long fin“
Axel Eywill
How then were your beginning in aquaristic? And which animals do you still keep at home?
Patrizia Ianne:
I started many years ago (52 years) with tropical fishes (fresh water). Dogs (Pointer breeder), poultry (Bantam breeder), cats, canary (my husband is breeder). I am beekeper since 1975 and specialist in breeding silkworms too. And I love flowers, special Fucsia!
Axel Eywill
Medaka have a rather short history outside of Japan. You have been one of the first medaka owners & breeders outside of Japan. The fanbase is growing slowly but surely internationally. How do you see the development internationally and of course especially in Italy?
Patrizia Ianne:
For now, Medaka is a species not widely known by the general public. But it has great potential for dissemination. However, people who are not passionate, not very careful will not be able to breed medaka well. It seems easy to breed but there are key points. Like any animal, it needs the right care. I hope that the medaka does not become a pet toy.
Medaka „Prosecco“ eigenes Kreuzungs Projekt
Medaka „tri color“
Axel Eywill:
There are now several medaka strains in Europe. Mostly thanks to private initiatives. Commercial imports are scarce except for a few exemptions in Europe or German-speaking countries. How important is the trade to make the medaka more widely known to a wider public?
Patrizia Ianne:
Trade is important but I don’t find the common trade route for other fish suitable for the medaka. We need specific knowledge of strains, which then evolve continuously, and a common trader will have no desire or time to learn. I see more correct that the medakas are offered by the same breeders. One way could be the Medaka Shows and the Pet Shows.
However, great attention must be paid to a danger that could interrupt the breeding of Orizyas latipes: its accidental spread in the wild. You should always inform about the correct behavior to take by raising this fish.
Axel Eywill:
And my last question – what do you want as a medaka holder for the future of these fish? Is there anything else you want to say? Maybe something in terms of aquaristics?
Patrizia Ianne:
I would like to know more about this fish. No one has explained anything to us about the management of this fish, we are raising it perhaps like any other imported fish. But each species is different in its reaction to diseases and parasites and its reaction to medicines. It would take more information.
The same thing with regard to genetics, apart from the basic genetics of the transmission of known simple characters (Tatuo Aida, 1922), we know little or nothing about the genetics of strains are in Europe, the transmission of characters such as long fins, lamé, deme eyes, panda eyes.
Another problem, in importing so far we have often received only one pair for strains. I ask myself questions. Are the strains fixed when they arrive? Is strain just a phenotype? I have many questions but I have no answers.
Thank you Patrizia for the detailed interview and the lot of pictures. With your permission, I will make a special blog thread with the latest point of the interview. It is very important for medaka fans! I am looking forward to see you again this year!
Auch bei dieser Linie heißt es Geduld haben und schauen wie sie sich farblich entwickeln werden. Wie bei den meisten mehrfarbigen Linien heißt es „jeder Fisch sieht anders aus“. Ebenfalls keine erbfeste Linie.
so in etwa könnten sie in ein paar Wochen aussehen!
Nun anhand des Videos lässt sich leider nicht wirklich sehen um was für eine Linie es sich farblich handelt. Die Fische sind noch nicht komplett ausgefärbt da sie noch heranwachsen. Außerdem das Problem mit dem die Zuchtformen meist zu kämpfen haben, drinnen zeigen sie nie wirklich das mögliche Farbspektrum. Ein Grund mehr warum ich sie gerne draußen halte!
Ich hoffe natürlich das sie bald so aussehen werden!
Nun tagsüber ist es teilweise bereits recht angenehm. Das wissen auch die Medaka draußen zu schätzen. Hier im Video Fische aus einem Projekt mit dem ich vor 2 Jahren anfing. Bisher aber noch nicht wirklich entschieden habe, in welche Richtung es endgültig gehen soll.
Es gibt generell Neues von der Leistungsschau zu berichten, speziell was das Rahmenprogramm usw. betrifft. Für diejenigen die den älteren Blog Beitrag noch nicht gelesen haben hier der Link dazu!
Was weitere Infos zur Anmeldung von Fischen für die Medaka Gruppe, Medaka AG Treffen usw. betrifft, werden diese demnächst veröffentlicht! Also Bitte noch etwas Geduld.
Allgemeine Infos:
Die Stadt Stuttgart mit etwa 610000 Einwohner liegt im Südwesten Deutschlands, ist die Landeshauptstadt des Bundeslandes Baden-Würtenberg und durch die Autobahnen A8 und A81 gut zu erreichen.
Vom Autobahnkreuz Stuttgart erreicht man in wenigen Minuten das Hotel am Universitäts-Gelände Stuttgart-Vaihingen.
Der Flughafen Stuttgart ist etwa 16km entfernt und mit dem PKW, je nach Berkehrslage, in etwa 15 Minuten zu erreichen.
Das Stadtzentrum (Hauptbahnhof) ist mit Öffentlichen Verkehrsmitteln und mit dem PKW in ca. 15 Minuten zu erreichen. Der Stuttgarter Fernsehturm (eröffnet 1956), das Wahrzeichen der Stadt Stuttgart, ist von weitem schon zu erkennen. Die Weinberge und die Wälder, die den Stuttgarte Kessel umgeben, sind genauso sehenswert wie das Stattzentrum mit dem alten und neuen Schloss, der Markthalle, das neu entstandene Dorotheenquartier, die Stadtbibliothek, die Staatsgalerie, die Wilhelma – Zoologischer Garten, das SI-Centrum mit der Musical Hall und dem Spielcasino, das Heusteigviertel und die Weißenhofsiedlung. Die Baustelle zum neuen Bahnhof (Stuttgart 21) ist aus den Höhen des Fernsehturms gut zu sehen.
Die Zimmerreservierungen im Hotel müssen von den Veranstaltungsteilnehmern eigenständig vorgenommen werden.
Haustiere sind im Veranstaltungshotel leider nicht erlaubt!
Anfahrt zum Veranstaltungshotel:
Mit Öffentlichen Verkehrsmitteln:
Die S-Bahnen der Linien S1, S2 und S3 fahren regelmäßig vom Stuttgarter Stadtzentrum, also auch vom Hauptbahnhof, sowie vom Flughafen zur Haltestelle „Universität“ (von dort aus zwei Minuten zu Fuß zum Veranstaltungshotel).
Das campus.guest in Stuttgart-Vaihingen erreichen man zudem mit den Buslinien 84, 746, 747 und 748.
Anfahrt mit dem PKW:
Von den Autobahnen A81 oder A8 auf den Autobahnzubringer A831 und dann weiter auf die B14 bis zur Ausfahrt „Stuttgart-Vaihingen Universität“. Aus Richtung Stuttgart-Stadtmitte kommend ebenfalls auf die B14 und die Ausfahrt „Vaihingen Universität“ nehmen.
Programm der 49. Leistungsschau der DKG
in Stuttgart-Vaihingen vom 30.05. bis 02.06.2019
Donnerstag, 30.05.2019
bis 15:00 Uhr
Abgabe und Einsetzen der Ausstellungsfische
ab 18:00 Uhr
Bewertung der Ausstellungsfische
20:00 Uhr
Präsentation der Einsendungen und Preisträger der Fotowettbewerbe 2018 und 2019
Freitag, 31.05.2019
09:00 Uhr
Eröffnung der Ausstellung
09:00 bis 18:00 Uhr
geöffnete Ausstellung
10:30 bis 12:00 Uhr
Vortrag von Frans Vermeulen: „Die Rivulus von Alto Rio Negro in Kolumbien“
ab 13:30 Uhr
AG-Treffen
17:00 Uhr
Beiratssitzung
19:30 Uhr
Vortrag von Holger Hengstler: „Von Capetown zum Kilimanjaro – Notho-Fangreise durch sechs Länder“
Samstag, 01.06.2019
09:00 bis 18:00 Uhr
geöffnete Ausstellung
09:30 bis 12:30 Uhr
Mitgliederversammlung
10:00 bis circa 16:00 Uhr
Programm – Stadtführung/Fernsehturm oder Wilhelma-Besuch
ab 13:00 Uhr
AG-Treffen
14:00 bis 15:30 Uhr
Vortrag von Frans Vermeulen: „Auf der Suche von Annuellen in Bolivien“
19:00 Uhr
Festabend mit Preisverleihung und Tombola
Ein Büffet wird zum Preis von ungefähr 25€ für den Festabend angeboten.
Bitte Anmeldungen bei Buchung über das Hotel oder separat über Klaus Umfahrer, wenn keine
Zimmerreservierung erfolgt oder bereits erfolgt ist.
Sonntag, 02.06.2019
ab 07:30 Uhr
Herausfangen un einpacken der Ausstellungsfische für die Versteigerung
Hiermit startet das vor ein paar Tagen bereits angekündigte Blog Projekt. Zukünftig möchte ich hier Interviews mit nationalen, sowie internationalen Medaka Haltern und Züchter führen und natürlich für Euch veröffentlichen. Sicher ist es nicht nur für mich interessant und spannend mehr über andere Leute aus der Medaka Szene zu erfahren, und Ihre Meinungen zu gewissen Themen zu hören!
Besonders freue ich mich darüber das Friedrich Bitter auf meine Anfrage bzgl. dem Interview gleich zugesagt hatte. Herr Bitter ist in der Aquaristik Szene sicher kein Unbekannter. Durch seine ausführlichen Berichte in zwei Ausgaben der AMAZONAS (darüber wurde im Blog berichtet) zusammen mit seinem japanischen Freund Fumitoshi Mori hat es den Medaka Freunden einigen Zulauf im deutsch sprachigen Raum und international beschert!
Friedrich Bitter
Axel Eywill
Hallo Friedrich und herzlichen Dank, dass ich Dich für medakaproject.com interviewen darf. Du bist Halter und Züchter von japanischen Reisfischen, den Medaka. Wie bist Du zu dieser Art gekommen, und was fasziniert Dich an ihnen?
Friedrich Bitter
Aus dem Nordwesten der Republik unser typisches Moin, Moin zurück. Eine Farbform von Oryzias latipes, die wir früher als „Gold-Medaka“ bezeichnet haben, habe ich vorübergehend in den 1970er Jahren gepflegt. Die gab es damals im Zoofachhandel. Später konnte ich mit japanischen und chinesischen Freunden diese Art und/oder O. sinensis in China fangen.
Richtig infiziert mit dem Medaka-Virus (wenn man das so nennen darf) wurde ich dann von meinem Freund Fumitoshi Mori, der mich anlässlich einer Japanreise mit verschiedenen Züchtern bekannt machte, mich mit Informationen versorgte und sich bis heute nicht zu schade ist, alle meine Fragen erschöpfend zu beantworten.
japanische Medaka Base book Serie, Herausgeber: Fumitoshi Mori
Worin die spezielle Faszination der Medaka liegt, ist nicht so einfach zu beschreiben. Sicherlich muss man da an erster Stelle die Vielfalt an Farben und Mustern nennen, aber für mich, der ja ein paar Aquarien und Becken mehr zu betreuen hat, haben sie einfach auch praktische Vorteile. Sie kommen mit unserem hiesigen Leitungswasser sehr gut zurecht, sind auch hinsichtlich der Haltung und Zucht unproblematisch, können vom späten Frühjahr bis in den Spätherbst im Freien gehalten werden – da stimmt einfach das Gesamtpaket.
Outdoor Zuchtanlage von Masaharu Abe auf dem Dach
Axel Eywill
Wie waren dann Deine Anfänge in der Aquaristik? Und welche Tiere hältst Du noch zuhause?
Friedrich Bitter:
Seit grauer Vorzeit … – aber ernsthaft: Bei mir fing das relativ früh an, so 1960/61. Ich kann mich schemenhaft daran erinnern, dass wir im Wohnzimmer ein offenes Rahmenaquarium hatten, das völlig mit Pflanzen zugewuchert war. Und dann gab es da den Besuch beim Onkel meines Vaters, Werner Zuschlag, der in Dortmund einen ganzen Raum mit Aquarien besaß und vor allem Killifische pflegte. Ich denke, das spezielle Raumklima mit den typischen Gerüchen hat sich bei mir, positiv belegt, im Kopf festgesetzt. Und so kamen mit der Zeit und über die Jahre immer mehr eigene Aquarien hinzu, erst im eigenen Zimmer, dann im Keller und mittlerweile im ebenerdigen Zuchtraum und mehreren Foliengewächshäusern.
Zuchtkeller bei Friedrich Bitter
Wenn es um die Fische geht, die ich halte und meist auch nachzüchte, so würde es hier den Rahmen sprengen, alle Arten aufzuzählen. Da mein Aquarienraum mit Temperaturen zwischen 19 und 22 °C relativ kühl gefahren wird, konzentriere ich mich auf Fische, die damit gut zurechtkommen. Das sind häufig solche, bei denen ich die Ausgangstiere selbst gefangen habe, etwa westafrikanische Killifische, asiatische Grundeln und Bergbachschmerlen oder Fische aus dem Südosten der USA. In letzter Zeit kamen noch so einige Spezies aus Asien – insbesondere aus Myanmar und Indien – als kommerzielle Importe hinzu.
Wenn die Frage nach den Tieren über die Aquaristik hinausgeht und wir aus dem „Du“ ein „ihr“ machen, wird die Liste länger. Thüringer Waldziegen, Kunekune-Schweine, Enten, Gänse, Schifferhühner und Lakenfelder Hühner, dazu ein Altdeutscher Hütehund und ein Deutscher Pinscher, Molche, Pfeilgiftfrösche, Schildkröten – sicherlich habe ich da noch einiges vergessen.
Deutscher Pinscher
Axel Eywill
Medaka werden schon ziemlich lange in Gefangenschaft gehalten. Was kannst Du uns über deren Geschichte erzählen?
Friedrich Bitter
Dass die Japaner Reisfische seit mehreren Hundert Jahren pflegen, ist aus der Literatur bekannt. Dazu gibt es beispielsweise gemalte Bilder entsprechenden Alters, die Medaka zeigen, allerdings in leicht stilisierter Form. Aber ich habe auch mal ein wenig geforscht, seit wann man denn die Tiere in Deutschland kennt, die ja bereits 1850 als Poecilia latipes von Temminck & Schlegel wissenschaftlich beschrieben wurden. Ott hat vor beinahe 40 Jahren zum gleichen Thema einen lesenwerten Beitrag in der DATZ verfasst, der mit meinen Recherchen weitgehend übereinstimmt. So wurden nach einer Quelle erstmals 1897 Japanische Reisfische von einem Arzt aus Hamburg lebend eingeführt, eine andere nennt sogar das Jahr 1865 für die Ersteinfuhr des „Japanischen Goldhechts“, bei dem es sich um die rote Zucht von O. latipes handelte.
Medaka Männchen aus der Yang Guifei Gruppe
Jedenfalls gab Ende des 19. und Anfang des 20. Jahrhunderts nicht nur mehrere, meist kommerzielle Importe, zwischen 1898 und dem Beginn des 1. Weltkriegs wurden auch zahlreiche Beiträge über diese damals noch Reiskärpflinge genannten Fische in den „Blättern“ und „Wochenschriften“ publiziert. Auch wenn es dann nach dem 1. Weltkrieg ruhiger um diese Art wurde, ab und an scheint man sich mit den Fischen doch beschäftigt zu haben. Also: Medaka sind aquaristisch nicht wirklich neu – in Deutschland kennen Aquarianer sie seit über 120 Jahren. Nur waren sie zwischendurch lediglich Insidern bekannt bzw. nicht allgemein verfügbar.
Axel Eywill
Medaka haben außerhalb Japans eine noch recht kurze Geschichte. Du bist einer der Ersten Medaka Halter & Züchter außerhalb Japans gewesen. Die Fangemeinde wächst international langsam aber sicher. Wie siehst Du die Entwicklung international und natürlich besonders im deutsch sprachigen Raum?
Friedrich Bitter
Ich habe meinen Fokus erst relativ spät auf Medaka-Varianten gelegt, nämlich im Jahr 2015. Erbfeste Zuchtformen gibt es in Japan mittlerweile weit mehr als 1.000. Da bin ich mit meinen rund 50 japanischen Formen beinahe noch ein Waisenknabe.
Für mich geht die Tendenz bei der Medaka-Zucht bzw. den Varianten auch bei uns in Europa hin zu den Formen, die besonders bei der Draufsicht auffallen. Machen wir uns nichts vor: Aquaristisch muss der Reisfisch mit der gesamten Palette der Zierfische konkurrieren. Als Besatz für kleine Teiche, Becken, Wasserläufe und Bottiche ist er aber praktisch konkurrenzlos. Das muss sich vielleicht erst noch herumsprechen, aber ich sehe ja in unserem Onlineshop, wie die Nachfrage von Jahr zu Jahr ansteigt.
Dabei sind uns die Südeuropäer, insbesondere die Italiener eventuell um einiges voraus, was wohl vor allem mit dem wärmeren Klima zu tun hat. Wenn man aber sieht, wieviele Besitzer von Balkonen, Terrassen und/oder Gärten es bei uns in Deutschland gibt – da geht in der Zukunft sicher noch viel mehr.
Axel Eywill:
Japan ist uns natürlich um Lichtjahre voraus was den Medaka betrifft. Das gilt insbesondere auch für Medaka-Literatur. Bisher gibt es außerhalb Japans nur wissenschaftliche Bücher oder ab und zu Berichte in aquaristischen Fachmagazinen (z.B. der Amazonas). Die Nachfrage nach Medaka-Literatur außerhalb Japans ist sicher am Wachsen bzw. zumindest in kleinem Umfang bereits vorhanden. Da Du ja im Verlagswesen tätig bist, wie stehen die Chancen auf ein Medaka-Buch in englischer oder sogar deutscher Sprache?
Friedrich Bitter:
Ich finde es aufregend, in welch kurzer zeitlicher Reihenfolge in Japan Bücher und Magazine mit dem Schwerpunkt Medaka veröffentlicht und verkauft werden. Die Zahl der Liebhaber geht aber – ganz vorsichtig geschätzt – in die Hunderttausende. Es gibt mehrere Medaka-Vereine und zahlreiche regionale Veranstaltungen. Und da auch die Anzahl versierter Züchter enorm groß ist, geht den Autoren der Stoff praktisch nie aus.
Selbstverständlich wird es bei uns oder international in absehbarer Zeit Bücher zum Thema Medaka geben. Aber ich warne vor Schnellschüssen: Wer hat denn außerhalb Japans den Überblick bzw. kann ausreichend praktische Erfahrung einbringen? Schöne Fotos zu zeigen ist das eine, aber es sollten doch auch Informationen zu Haltung und Zucht vermittelt werden, die über das hinausgehen, was bei Instagram, Facebook & Co. zu lesen ist. Und – ganz wichtig – für den Verlag: Es muss ausreichend Interesse geben. Da sind wir zunächst mit unseren Fischen gefragt.
Axel Eywill:
Mittlerweile gibt es einige Medaka-Linien in Europa. Meist Dank privater Initiativen. Gewerbliche Einfuhren sind bis auf wenige Ausnahmen in Europa bzw. dem deutschsprachigen Raum noch Mangelware. Wie wichtig ist für Dich der Handel, um den Medaka einer breiteren Öffentlichkeit bekannter zu machen?
Friedrich Bitter:
In diesem Jahr wird die Öffentlichkeit mehrfach Gelegenheit haben, auf Spezialveranstaltungen wie der Leistungsschau der Deutschen Killifisch Gemeinschaft oder Messen rund um die Aquaristik bzw. den Gartenteich die Reisfische hautnah zu erleben. Aber nicht jeder weiß, wo die Medaka ausgestellt werden – und die Zeit muss man ja auch noch mitbringen. So kommt zunächst Zoofachgeschäften, Onlineshops oder Zierfischbörsen die Aufgabe zu, entweder durch Präsentation oder mit Hilfe von Fotos und Videos die Japanischen Reisfische ins richtige Licht zu rücken.
Show Becken mit Medaka
Axel Eywill:
Und meine letzte Frage – was wünschst Du Dir als Medaka-Halter für die Zukunft dieser Tiere? Gibt es noch etwas, das Du sagen möchtest? Vielleicht etwas im Hinblick auf die Aquaristik?
Friedrich Bitter:
Von den Medakafreunden und -züchtern würde ich mir wünschen, dass sie die Geduld aufbringen können, einen Schritt nach dem anderen machen. Es gibt so viele attraktive Zuchtformen aus Japan, die erbfest sind. Warum nicht einfach diese von der Qualität her erhalten bzw. verbessern? Zu häufig sieht man allerdings, dass mit Tieren unterschiedlicher Linien hin und her gekreuzt wird, weil ja die ultimative Farbform dabei herauskommen könnte. Leider entspricht das Ergebnis meist nicht den Erwartungen und die Halter sind dann oft von den Nachzuchten enttäuscht.
Medaka „light from inside“
Medaka red & white
Medaka Akari
Medaka sind wegen ihrer Anpassungsfähigkeit und Ausdauer ideale Einstiegsfische in die Aquaristik. Mit ihnen lassen sich erste Erfahrungen mit der Vermehrung sammeln, Jung und Alt sind begeistert, wenn der Fischnachwuchs knapp unter der Wasseroberfläche nach Nahrung sucht. Und wer weiß, vielleicht öffnen sie ja auch manchem die Augen für Natur und Umwelt – auch wenn es sich eigentlich um Zuchtformen einer einzigen Art handelt. Aber Fische mit Suchtpotenzial!
Outdoor Zuchtanlage von Friedrich Bitter
Herzlichen Dank Friedrich für das Interview und zahlreiche Bildmaterial. Der Medaka hat sicher viel Potenzial um sich in der Aquaristik langfristig zu etablieren, und Menschen die bisher mit der Aquaristik wenig zu tun hatten, dieses Hobby näher zu bringen. Ich freue mich schon auf die kommende DKG Leistungsschau in Stuttgart Ende Mai, und der damit verbundenen erstmaligen Medaka Bewertungs Show.
Nun letzte Jahr bei meinem Besuch in Lucca/Italien während der 2. italienischen Medaka Show war ich auch öfter am Stand von Roberto Pellegrini, der neben Pflanzen und Medaka Angeboten auch diverse Varianten und Größen von Miniteichen ausgetellt hatte. Ein intereantes Thema, da seit letztem Jahr auch immer mehr sogenannte „Mini Teich“ Liebhaber das Interesse am Medaka gefunden haben. Die Fangemeinde des Medaka wächt also auch aus dieser Richtung, nicht nur durch Aquarianer. Eine tolle Sache wie ich finde.
Ukidama sind Porzellan Kugeln in unterschiedlichen Größen. In Japan ursprünglich größer als Schwimmer für Fischernetze aus Glas hergestellt. Diese hier sind wesentlich kleiner.und für Mini Teiche gedacht um das komplette zufrieren zu verhindern: Ich hatte sie letztes Jahr bei Roberto Pellegrini auf der Ausstellung in Lucca das erste Mal gesehen, und mir gleich welche mitgenommen.
Nun lange Zeit ein kleiner Traum für mich, der dann letztes Jahr Dank meines italienischen Freundes Gianluca S, Baronchelli in Erfüllung ging. Irgendwie hat dieser Stamm etwas besonderes und bietet ebenfalls einige Möglichkeiten für Kreuzungen. Leider hat es letztes Jahr nicht mehr mit Eiern geklappt. Deshalb hoffe ich natürlich das es dieses Jahr besser laufen wird.