(Medaka Interview) Markus Cihar (AUT) 2019

Mit Markus Cihar aus Wien steht mir ein weiterer Interview Partner bereit. Markus ist wohl den meisten Leuten die sich schon etwas länger mit Medaka beschäftigen ein Begriff. Er ist der erste Österreicher der sich näher mit dem Medaka beschäftigt hat. Einer der wenigen Leute aus dem deutsch sprachigen Raum der das Risiko mit privaten Importen aus Asien auf sich nahm. Die Medaka Szene in Österreich ist aktuell auch sicher am wachsen. 2018 hielt ich meinen Medaka Vortrag bei den Aquarium Freunden in Tirol, wo es damals bereits ein paar Medaka Halter gab. Nicht zuletzt Markus Cihar zu verdanken. Der Aqua Day vor einigen Tagen in Tirol wo Markus Cihar eine Medaka Sonderschau mit Fischen besetzt hatte, wird der Medaka Gemeinde in Österreich sicher zu weiteren Zulauf verhelfen

Markus Cihar

Axel Eywill
Hallo Markus  und herzlichen Dank, dass ich Dich für medakaproject.com interviewen darf. Du bist Halter und Züchter von japanischen Reisfischen, den Medaka. Wie bist Du zu dieser Art gekommen, und was fasziniert Dich an ihnen?

Markus Cihar
Hallo ich hatte immer schon einige Arten aus dem Oryzias Komplex seit 2012 Anfang 2016 sah ich dann das erste mal bei einer Holland Reise orange Medaka und war fix und fertig seit dem Tag an verfolgen mich diese Fische täglich. Die Faszination sind eindeutig die Farben und Möglichkeiten in der Zucht auch das die Fische outdoor zu halten sind war genau das was ich wollte.

Heute schwimmen derzeit 14 Linien sowie einiges an Kreuzungsprojekte in meiner Medaka Anlage es waren schon mal mehr habe mich jetzt aber auf einige spezielle Linien festgelegt und versuche da auf Qualität zu züchten.

Medaka Zuchtbehälter draußen

 

Axel Eywill
Wie waren dann Deine Anfänge in der Aquaristik? Und welche Tiere hältst Du noch zuhause?

Markus Cihar

Ich komme aus der Terraristik und bin mit meinem 20 Lebensjahr zur Aquaristik gekommen da haben es mir damals Killifische angetan sogenannte Saison Fische wie Austrolebias, Nothobranchius usw im Laufe der Zeit hat sich die Richtung bei Killifische zu den Eurasier verlagert wo ich auch heute noch einige in Zucht habe.

 

Axel Eywill
Medaka haben außerhalb Japans eine noch recht kurze Geschichte. Du bist einer der Ersten Medaka Halter & Züchter außerhalb Japans gewesen. Die Fangemeinde wächst international langsam aber sicher. Wie siehst Du die Entwicklung international und natürlich besonders im deutsch sprachigen Raum?

 

Markus Cihar:

Naja ich finde persönlich das es derzeit schon einiges im Deutschen Raum gibt was damals undenkbar war in der Zeit wo wir begonnen haben. Es gibt schon einige Züchter und einiges an guten Linien ist auch schon da wie das ganze weiter läuft wird man sehen aber die ersten Schritte sind gemacht.

 

Axel Eywill:
Mittlerweile gibt es einige Medaka Linien in Europa. Meist Dank privater Initiativen. Gewerbliche Einfuhren sind bis auf wenige Außnahmen in Europa bzw. deutsch sprachigen Raum noch Mangelware. Wie wichtig ist für Dich der Handel um den Medaka einer breiteren Öffentlichkeit bekannter zu machen?

Markus Cihar:
Ohne Handel wird es nicht ganz gehen denke ich aber wie schon erwähnt ohne den kleinen Züchter der sein Geld in Importe investiert kann der grosse Markt auch nicht leben, und ich denke sobald es dann um Qualität geht wird es für den Handel bei der Masse schwierig werden und gerade Selektions Zucht ist bei den medaka so wichtig.

Medaka „Mebina“

Axel Eywill:
Und meine letzte Frage – was wünschst Du Dir als Medaka-Halter für die Zukunft dieser Tiere? Gibt es noch etwas, das Du sagen möchtest? Vielleicht etwas im Hinblick auf die Aquaristik?

Markus Cihar:
Ich wünsche mir das wir alle die gleiche Freude am Hobby teilen und die Szene weiter wächst.

 

Vielendank Markus für das Interview und das Bildmaterial. Wir freuen uns Beide sicherlich auf die aktuelle Outdoor Saison, und was 2019 aus Medaka Sicht alles passieren wird!

 

(Medaka Interview) Yuji Ikeya (JP) 2019 (めだかインタビュー)池谷雄二(2019)

Ich freue mich ganz besonders heute das Interview mit Herrn Yuji Ikeya in meinem Blog veröffentlichen zu dürfen. Herr Ikeya ist ein junger aufstrebender Medaka Züchter, der die Medak Zucht mittlerweile hauptberuflich betreibt. Leider haben bisher nur wenige seiner in Japan bekannten Linien Ihren Weg nach Europa gefunden. Über seine schnelle Antwort auf die Anfrage wegen des Interviews habe ich mich dann sehr gefreut. Für mich zählt er zu den großen Züchtern in Japan.

本日は、池谷雄二さんのインタビューをブログに掲載しました。池谷さんは、メダカをフルタイムで飼育している若いメダカブリーダーです。残念ながら、ヨーロッパへの道を見つけたのはそのほんのわずかな日本の知られた路線だけです。インタビューの依頼に対する彼の素早い回答にとても満足しています。私にとって、彼は日本の大ブリーダーの一人です。

Den Google Übersetzer findet man oben rechts im Blog!

Googleの翻訳者はブログの右上にあります。

Herr Yuji Ikeya in seinem Zuchtbetrieb

 

Axel Eywill

Hallo Herr Ikeya und herzlichen Dank, dass ich Sie für medakaproject.com interviewen darf. Sie sind Halter und Züchter von japanischen Reisfischen, den Medaka. Wie sind Sie zu dieser Art gekommen, und was fasziniert Sie an ihnen?

 

Yuji Ikeya

Hallo Axel,

Ich habe eine Vielzahl von Tieren aufgezogen, unter denen sich der japanische Medaka noch am Anfang befindet: Mich fasziniert an ihm besonders, das ich mich Züchterisch weiterentwickeln und mich selbst verbessern kann.

 

Axel Eywill
Wie waren dann Deine Anfänge in der Aquaristik? Und welche Tiere hältst Du noch zuhause?

Yuji Ikeya

Ich war ungefähr 9 Jahre alt und angelte und beobachte Fische. Wir züchten japanische Fische, fremde Fische, Vögel, Ratten, Schlangen, Insekten und mehr.

 

Axel Eywill
Medaka haben in Japan eine sehr lange Tradition. Was wünschen sie sich für die Medaka Fangemeinde außerhalb Japans?

Yuji Ikeya

Eine Entwicklung wie beim Koi wäre schön, wenn der Medaka die japanische Kultur in die Welt bringen könnte.

Zuchtvariant mit Lame von Yuji Ikeya

 

Axel Eywill

Medaka haben eine relativ kurze Geschichte außerhalb Japans. Die Fangemeinde wächst international langsam aber sicher. Wie sehen Sie die internationale Entwicklung und natürlich in Japan?

 

Yuji Ikeya

Aktuell gibt es in etwa 5 Personen die den Medaka in Japan verbessern können, deshalb möchte ich mit Züchtern aus Übersee zusammenarbeiten, um die Situation zu verbessern.

 

Axel Eywill

Natürlich ist Japan in Bezug auf den Medaka den anderen Ländern um Lichtjahre voraus. Leider werden viele Zuchtlinien außerhalb Japans nie zu finden sein. Was halten Sie von der Entwicklung in Japan und im Ausland?

Yuji Ikeya

Wie ich bereits schrieb, gibt es nur wenige Leute, die den  Medaka in Japan verbessern können. Es gibt viele gute Züchter von Medaka außerhalb Japans, und ich denke, dass sie japanische Medaka Züchter in naher Zukunft einholen und schließlich überholen werden.

Albino Medaka long fin von Yuji Ikeya

Axel Eywill

Mittlerweile gab es mehrere Medaka Importe in Europa. Hauptsächlich dank privater Initiativen. In Europa und in Deutschland fehlt es bis auf einige Ausnahmen an kommerziellen Importen. Wie wichtig ist Ihnen der Handel, um Medaka in der Öffentlichkeit bekannt zu machen? Leider wurde bisher kein kommerzieller Import aus Japan durchgeführt. Wo ist das Problem?

Yuji Ikeya

Viele Medaka Läden und Züchter haben bisher keinerlei Erfahrungen mit dem Export von Medaka außerhalb Japans. Ich hoffe allerdings das die Züchter in Japan dazulernen und einen Weg finden um exportieren zu können.

 

Axel Eywill

Und meine letzte Frage, was wünschen Sie sich als Medaka Züchter für die Zukunft dieser Tiere? Was möchten Sie noch sagen? Gibt es etwas über die Entwicklung der Medaka-Gemeinschaft in Übersee zu sagen?

 

Yuji Ikeya

Ich bin dabei mich beim japanischen Medaka was die Zucht betrifft zu verbessern. Ich möchte weiterhin Medaka züchten, und das meine Fische  Medaka-Liebhaber auf der ganzen Welt auch zukünftig begeistern werden.

 

Vielen Dank Ikeya san für dieses Interview und die Bilder. Es war mir eine Ehre und hoffe irgendwann einen Teil Ihrer Medaka auch in Deutschland bewundern zu können. Viel Erfolg weiterhin!

このインタビューと写真をありがとうイケヤさん。それは名誉なことであり、いつかドイツであなたのメダカの一部を賞賛することを望みます。頑張ってください。

(Medaka Interview) Patrizia Ianne (ITA) 2019

Ich freue mich ein weiteres Medaka Interview veröffentlichen zu dürfen. Patrizia Ianne ist für mich was die Medaka Szene außerhalb Japans betrifft die „Grand Dame“ wie man bei uns so schön sagt. Sie gehört zu den ersten Medaka Haltern außerhalb Japans und in Europa. Mich hat Ihre Vorgehensweise bei der Zucht und Haltung immer wieder beeindruckt, und soweit es möglich war auch einige Kenntnisse angeeignet. Ich durfte sie letztes Jahr während der 2. italienischen Medaka Show in Lucca/Toskana persönlich kennenlernen. Sie hat sicherlich auch einen hohen Anteil daran, das der Medaka sich in Italien am etablieren ist. Ich freue mich schon auf ein Wiedersehen!

Interviews mit internationalen Medaka Haltern & Züchtern werde ich bewusst im Original veröffentlichen! Wie wir alle wissen arbeiten Übersetzungs Tool nicht immer korrekt. Außerdem sind die meisten Besucher dieses Blogs auch der englischen Sprache mächtig!

Ansonsten gibt es oben rechts im Blog den Google Translator!


Patrizia Ianne mit ihren geliebten Blumen

Axel Eywill

Hello Patrizia  and thank you very much for allowing me to interview you for medakaproject.com. You are a holder and breeder of Japanese rice fish, the medaka. How did you come to this kind, and what fascinates you about them?

Patrizia Ianne

In my garden I have three tanks with many plants, I like plants. As soon as the garden was created, I decided to insert Carassius auratus in the tanks because the tanks can also be seen from above. My cats have started catching fish! I switched to American fish Pimephales promelas very fast but you could see little. Then Gambusia for mosquito larvae. Knowing Roberto Pellegrini I saw the Medaka, it was 2014, had Himedaka and Aomedaka. I found them immediately interesting because:

  • they swim softly, the body is not rigid
  • I love Japan a lot …
  • they love the sun and can be outdoors in winter
  • they are a perfect complement to a garden even in containers
  • they are small and I can keep many
  • I can enjoy breeding them
  • they eat mosquitoes

Axel Eywill

How then were your beginning  in aquaristic? And which animals do you still keep at home?

 

Patrizia Ianne:

I started many years ago (52 years) with tropical fishes (fresh water). Dogs (Pointer breeder), poultry (Bantam breeder), cats, canary (my husband is breeder). I am beekeper since 1975 and specialist in breeding silkworms too. And I love flowers, special Fucsia!

 

Axel Eywill

Medaka have a rather short history outside of Japan. You have been one of the first medaka owners & breeders outside of Japan. The fanbase is growing slowly but surely internationally. How do you see the development internationally and of course especially in Italy?

 

Patrizia Ianne:

For now, Medaka is a species not widely known by the general public. But it has great potential for dissemination. However, people who are not passionate, not very careful will not be able to breed medaka well. It seems easy to breed but there are key points. Like any animal, it needs the right care. I hope that the medaka does not become a pet toy.

 

Axel Eywill:

There are now several medaka strains in Europe. Mostly thanks to private initiatives. Commercial imports are scarce except for a few exemptions in Europe or German-speaking countries. How important is the trade to make the medaka more widely known to a wider public?

 

Patrizia Ianne:

Trade is important but I don’t find the common trade route for other fish suitable for the medaka. We need specific knowledge of strains, which then evolve continuously, and a common trader will have no desire or time to learn. I see more correct that the medakas are offered by the same breeders. One way could be the Medaka Shows and the Pet Shows.

However, great attention must be paid to a danger that could interrupt the breeding of Orizyas latipes: its accidental spread in the wild. You should always inform about the correct behavior to take by raising this fish.

 

Axel Eywill:

And my last question – what do you want as a medaka holder for the future of these fish? Is there anything else you want to say? Maybe something in terms of aquaristics?

Patrizia Ianne:

I would like to know more about this fish. No one has explained anything to us about the management of this fish, we are raising it perhaps like any other imported fish. But each species is different in its reaction to diseases and parasites and its reaction to medicines. It would take more information.

The same thing with regard to genetics, apart from the basic genetics of the transmission of known simple characters (Tatuo Aida, 1922), we know little or nothing about the genetics of strains are in Europe, the transmission of characters such as long fins, lamé, deme eyes, panda eyes.

Another problem, in importing so far we have often received only one pair for strains. I ask myself questions. Are the strains fixed when they arrive? Is strain just a phenotype? I have many questions but I have no answers.

Thank you Patrizia for the detailed interview and the lot of pictures. With your permission, I will make a special blog thread with the latest point of the interview. It is very important for medaka fans! I am looking forward to see you again this year!


					

(Medaka Interview) Friedrich Bitter (D)

Hiermit startet das vor ein paar Tagen bereits angekündigte Blog Projekt. Zukünftig möchte ich hier Interviews mit nationalen, sowie internationalen Medaka Haltern und Züchter führen und natürlich für Euch veröffentlichen. Sicher ist es nicht nur für mich interessant und spannend mehr über andere Leute aus der Medaka Szene zu erfahren, und Ihre Meinungen zu gewissen Themen zu hören!

Besonders freue ich mich darüber das Friedrich Bitter auf meine Anfrage bzgl. dem Interview gleich zugesagt hatte. Herr Bitter ist in der Aquaristik Szene sicher kein Unbekannter. Durch seine ausführlichen Berichte in zwei Ausgaben der AMAZONAS (darüber wurde im Blog berichtet) zusammen mit seinem japanischen Freund Fumitoshi Mori hat es den Medaka Freunden einigen Zulauf im deutsch sprachigen Raum und international beschert!

Friedrich Bitter

Axel Eywill

Hallo Friedrich und herzlichen Dank, dass ich Dich für medakaproject.com interviewen darf. Du bist Halter und Züchter von japanischen Reisfischen, den Medaka. Wie bist Du zu dieser Art gekommen, und was fasziniert Dich an ihnen?

 

Friedrich Bitter

 

Aus dem Nordwesten der Republik unser typisches Moin, Moin zurück. Eine Farbform von Oryzias latipes, die wir früher als „Gold-Medaka“ bezeichnet haben, habe ich vorübergehend in den 1970er Jahren gepflegt. Die gab es damals im Zoofachhandel. Später konnte ich mit japanischen und chinesischen Freunden diese Art und/oder O. sinensis in China fangen.
Richtig infiziert mit dem Medaka-Virus (wenn man das so nennen darf) wurde ich dann von meinem Freund Fumitoshi Mori, der mich anlässlich einer Japanreise mit verschiedenen Züchtern bekannt machte, mich mit Informationen versorgte und sich bis heute nicht zu schade ist, alle meine Fragen erschöpfend zu beantworten.

japanische Medaka Base book Serie, Herausgeber: Fumitoshi Mori

Worin die spezielle Faszination der Medaka liegt, ist nicht so einfach zu beschreiben. Sicherlich muss man da an erster Stelle die Vielfalt an Farben und Mustern nennen, aber für mich, der ja ein paar Aquarien und Becken mehr zu betreuen hat, haben sie einfach auch praktische Vorteile. Sie kommen mit unserem hiesigen Leitungswasser sehr gut zurecht, sind auch hinsichtlich der Haltung und Zucht unproblematisch, können vom späten Frühjahr bis in den Spätherbst im Freien gehalten werden – da stimmt einfach das Gesamtpaket.

Outdoor Zuchtanlage von Masaharu Abe auf dem Dach

 

Axel Eywill

Wie waren dann Deine Anfänge in der Aquaristik? Und welche Tiere hältst Du noch zuhause?

Friedrich Bitter:

Seit grauer Vorzeit … – aber ernsthaft: Bei mir fing das relativ früh an, so 1960/61. Ich kann mich schemenhaft daran erinnern, dass wir im Wohnzimmer ein offenes Rahmenaquarium hatten, das völlig mit Pflanzen zugewuchert war. Und dann gab es da den Besuch beim Onkel meines Vaters, Werner Zuschlag, der in Dortmund einen ganzen Raum mit Aquarien besaß und vor allem Killifische pflegte. Ich denke, das spezielle Raumklima mit den typischen Gerüchen hat sich bei mir, positiv belegt, im Kopf festgesetzt. Und so kamen mit der Zeit und über die Jahre immer mehr eigene Aquarien hinzu, erst im eigenen Zimmer, dann im Keller und mittlerweile im ebenerdigen Zuchtraum und mehreren Foliengewächshäusern.

Zuchtkeller bei Friedrich Bitter

Wenn es um die Fische geht, die ich halte und meist auch nachzüchte, so würde es hier den Rahmen sprengen, alle Arten aufzuzählen. Da mein Aquarienraum mit Temperaturen zwischen 19 und 22 °C relativ kühl gefahren wird, konzentriere ich mich auf Fische, die damit gut zurechtkommen. Das sind häufig solche, bei denen ich die Ausgangstiere selbst gefangen habe, etwa westafrikanische Killifische, asiatische Grundeln und Bergbachschmerlen oder Fische aus dem Südosten der USA. In letzter Zeit kamen noch so einige Spezies aus Asien – insbesondere aus Myanmar und Indien – als kommerzielle Importe hinzu.

Wenn die Frage nach den Tieren über die Aquaristik hinausgeht und wir aus dem „Du“ ein „ihr“ machen, wird die Liste länger. Thüringer Waldziegen, Kunekune-Schweine, Enten, Gänse, Schifferhühner und Lakenfelder Hühner, dazu ein Altdeutscher Hütehund und ein Deutscher Pinscher, Molche, Pfeilgiftfrösche, Schildkröten – sicherlich habe ich da noch einiges vergessen.

Deutscher Pinscher

 

 

Axel Eywill

Medaka werden schon ziemlich lange in Gefangenschaft gehalten. Was kannst Du uns über deren Geschichte erzählen?

 

Friedrich Bitter

Dass die Japaner Reisfische seit mehreren Hundert Jahren pflegen, ist aus der Literatur bekannt. Dazu gibt es beispielsweise gemalte Bilder entsprechenden Alters, die Medaka zeigen, allerdings in leicht stilisierter Form. Aber ich habe auch mal ein wenig geforscht, seit wann man denn die Tiere in Deutschland kennt, die ja bereits 1850 als Poecilia latipes von Temminck & Schlegel wissenschaftlich beschrieben wurden. Ott hat vor beinahe 40 Jahren zum gleichen Thema einen lesenwerten Beitrag in der DATZ verfasst, der mit meinen Recherchen weitgehend übereinstimmt. So wurden nach einer Quelle erstmals 1897 Japanische Reisfische von einem Arzt aus Hamburg lebend eingeführt, eine andere nennt sogar das Jahr 1865 für die Ersteinfuhr des „Japanischen Goldhechts“, bei dem es sich um die rote Zucht von O. latipes handelte.

Medaka Männchen aus der Yang Guifei Gruppe

Jedenfalls gab Ende des 19. und Anfang des 20. Jahrhunderts nicht nur mehrere, meist kommerzielle Importe, zwischen 1898 und dem Beginn des 1. Weltkriegs wurden auch zahlreiche Beiträge über diese damals noch Reiskärpflinge genannten Fische in den „Blättern“ und „Wochenschriften“ publiziert. Auch wenn es dann nach dem 1. Weltkrieg ruhiger um diese Art wurde, ab und an scheint man sich mit den Fischen doch beschäftigt zu haben. Also: Medaka sind aquaristisch nicht wirklich neu – in Deutschland kennen Aquarianer sie seit über 120 Jahren. Nur waren sie zwischendurch lediglich Insidern bekannt bzw. nicht allgemein verfügbar.

 

 

Axel Eywill

Medaka haben außerhalb Japans eine noch recht kurze Geschichte. Du bist einer der Ersten Medaka Halter & Züchter außerhalb Japans gewesen. Die Fangemeinde wächst international langsam aber sicher. Wie siehst Du die Entwicklung international und natürlich besonders im deutsch sprachigen Raum?

 

Friedrich Bitter

Ich habe meinen Fokus erst relativ spät auf Medaka-Varianten gelegt, nämlich im Jahr 2015. Erbfeste Zuchtformen gibt es in Japan mittlerweile weit mehr als 1.000. Da bin ich mit meinen rund 50 japanischen Formen beinahe noch ein Waisenknabe.

Für mich geht die Tendenz bei der Medaka-Zucht bzw. den Varianten auch bei uns in Europa hin zu den Formen, die besonders bei der Draufsicht auffallen. Machen wir uns nichts vor: Aquaristisch muss der Reisfisch mit der gesamten Palette der Zierfische konkurrieren. Als Besatz für kleine Teiche, Becken, Wasserläufe und Bottiche ist er aber praktisch konkurrenzlos. Das muss sich vielleicht erst noch herumsprechen, aber ich sehe ja in unserem Onlineshop, wie die Nachfrage von Jahr zu Jahr ansteigt.

Dabei sind uns die Südeuropäer, insbesondere die Italiener eventuell um einiges voraus, was wohl vor allem mit dem wärmeren Klima zu tun hat. Wenn man aber sieht, wieviele Besitzer von Balkonen, Terrassen und/oder Gärten es bei uns in Deutschland gibt – da geht in der Zukunft sicher noch viel mehr.

Axel Eywill:

Japan ist uns natürlich um Lichtjahre voraus was den Medaka betrifft. Das gilt insbesondere auch für Medaka-Literatur. Bisher gibt es außerhalb Japans nur wissenschaftliche Bücher oder ab und zu Berichte in aquaristischen Fachmagazinen (z.B. der Amazonas). Die Nachfrage nach Medaka-Literatur außerhalb Japans ist sicher am Wachsen bzw. zumindest in kleinem Umfang bereits vorhanden. Da Du ja im Verlagswesen tätig bist, wie stehen die Chancen auf ein Medaka-Buch in englischer oder sogar deutscher Sprache?

Friedrich Bitter:

Ich finde es aufregend, in welch kurzer zeitlicher Reihenfolge in Japan Bücher und Magazine mit dem Schwerpunkt Medaka veröffentlicht und verkauft werden. Die Zahl der Liebhaber geht aber – ganz vorsichtig geschätzt – in die Hunderttausende. Es gibt mehrere Medaka-Vereine und zahlreiche regionale Veranstaltungen. Und da auch die Anzahl versierter Züchter enorm groß ist, geht den Autoren der Stoff praktisch nie aus.

Selbstverständlich wird es bei uns oder international in absehbarer Zeit Bücher zum Thema Medaka geben. Aber ich warne vor Schnellschüssen: Wer hat denn außerhalb Japans den Überblick bzw. kann ausreichend praktische Erfahrung einbringen? Schöne Fotos zu zeigen ist das eine, aber es sollten doch auch Informationen zu Haltung und Zucht vermittelt werden, die über das hinausgehen, was bei Instagram, Facebook & Co. zu lesen ist. Und – ganz wichtig – für den Verlag: Es muss ausreichend Interesse geben. Da sind wir zunächst mit unseren Fischen gefragt.

 

Axel Eywill:

Mittlerweile gibt es einige Medaka-Linien in Europa. Meist Dank privater Initiativen. Gewerbliche Einfuhren sind bis auf wenige Ausnahmen in Europa bzw. dem deutschsprachigen Raum noch Mangelware. Wie wichtig ist für Dich der Handel, um den Medaka einer breiteren Öffentlichkeit bekannter zu machen?

 

Friedrich Bitter:

In diesem Jahr wird die Öffentlichkeit mehrfach Gelegenheit haben, auf Spezialveranstaltungen wie der Leistungsschau der Deutschen Killifisch Gemeinschaft oder Messen rund um die Aquaristik bzw. den Gartenteich die Reisfische hautnah zu erleben. Aber nicht jeder weiß, wo die Medaka ausgestellt werden – und die Zeit muss man ja auch noch mitbringen. So kommt zunächst Zoofachgeschäften, Onlineshops oder Zierfischbörsen die Aufgabe zu, entweder durch Präsentation oder mit Hilfe von Fotos und Videos die Japanischen Reisfische ins richtige Licht zu rücken.

Show Becken mit Medaka

Axel Eywill:

Und meine letzte Frage – was wünschst Du Dir als Medaka-Halter für die Zukunft dieser Tiere? Gibt es noch etwas, das Du sagen möchtest? Vielleicht etwas im Hinblick auf die Aquaristik?

 

Friedrich Bitter:

Von den Medakafreunden und -züchtern würde ich mir wünschen, dass sie die Geduld aufbringen können, einen Schritt nach dem anderen machen. Es gibt so viele attraktive Zuchtformen aus Japan, die erbfest sind. Warum nicht einfach diese von der Qualität her erhalten bzw. verbessern? Zu häufig sieht man allerdings, dass mit Tieren unterschiedlicher Linien hin und her gekreuzt wird, weil ja die ultimative Farbform dabei herauskommen könnte. Leider entspricht das Ergebnis meist nicht den Erwartungen und die Halter sind dann oft von den Nachzuchten enttäuscht.

 

Medaka sind wegen ihrer Anpassungsfähigkeit und Ausdauer ideale Einstiegsfische in die Aquaristik. Mit ihnen lassen sich erste Erfahrungen mit der Vermehrung sammeln, Jung und Alt sind begeistert, wenn der Fischnachwuchs knapp unter der Wasseroberfläche nach Nahrung sucht. Und wer weiß, vielleicht öffnen sie ja auch manchem die Augen für Natur und Umwelt – auch wenn es sich eigentlich um Zuchtformen einer einzigen Art handelt. Aber Fische mit Suchtpotenzial!

Outdoor Zuchtanlage von Friedrich Bitter

Herzlichen Dank Friedrich für das Interview und zahlreiche Bildmaterial. Der Medaka hat sicher viel Potenzial um sich in der Aquaristik langfristig zu etablieren, und Menschen die bisher mit der Aquaristik wenig zu tun hatten, dieses Hobby näher zu bringen. Ich freue mich schon auf die kommende DKG Leistungsschau in Stuttgart Ende Mai, und der damit verbundenen erstmaligen Medaka Bewertungs Show.

Gastbeitrag über Medakas im weScape Blog

Über meine Medaka Beiträge auf Facebook wurde ich von einem Administrator des weScape Blogs gefragt, ob ich bereit wäre einen kurzen Beitrag über Medakas zu schreiben. Dieser Bitte kam ich gerne nach, und möchte mich bei Kim für diese Möglichkeit bedanken, die Medakas weiter bekannt zu machen.

weScape ist ein toller Blog mit der Haupthematik Aquascaping, aber auch Aquarienbewohner kommen nicht zu kurz. Ich kann den Besuch des Blogs nur empfehlen. Wer sich für meinen Beitrag interessiert, findet Ihn unter dem folgenden Link.

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Was sind Medakas?  Gastbeitrag im weScape Blog